10/25/07

JKC | Troisdorf | Trippelkonzert mit "Jim & Jon" und "Simon und Jan"

 

Bericht von Lennart


Troisdorf, schon bei dem Namen läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Denn wir erinnern uns mit Freude an das großartige Catering, dass der Rosi uns das letzte Mal dort aufgefahren hat. Nudelsalat und Buletten, hand- und hausgemacht. Die waren gut. Aber vor den Buletten und dem Nudelsalat steht erst einmal Bahn fahren.

Morgens verbreitet die Internetpresse wahre Horrormeldungen. Philipp ruft mich an, eine Schlagzeile verkündet 90% der Züge sollen still stehen. Der größte Bahnstreik der Geschichte. Und wir wollen mit Regionalzügen von Oldenburg nach Düsseldorf fahren. Super Idee.

Um wenigstens ein bisschen vorgesorgt zu haben fahren wir eine Stunde früher los. Aber zunächst steht ja die nicht bestreikte Nordwestbahn an. Das heißt, die Reise kann beginnen. Unsere Begleitung, Simon und Jan, mit denen wir die nächsten Tage aufzutreten gedenken kommt auch in den letzten 60 Sekunden vor Abfahrt auf den Bahnsteig uns so können wir einsteigen und schon mal losfahren. Ein guter Anfang unserer Reise. Pünktlichkeit ist eben alles. Mit dabei ist auch noch Alina, die in Köln eine Freundin besuchen will. Also reisen wir zu fünft.

In Osnabrück müssen wir dann das erste Mal umsteigen und siehe da, der Regionalzug nach Münster steht abfahrbereit da und wird fahrplanmäßig fahren. Der größte Bahnstreik der Geschichte?

Auch der Zug von Münster nach Essen macht genau was er soll. Alles läuft perfekter als geplant. Einzig in Essen dann die erste Durchsage, dass genau unser Zug wegen des Streiks entfällt. Dafür fährt aber drei Minuten vor der geplanten Weiterreise ein 20 Minuten verspäteter Regionalzug nach Düsseldorf, so dass wir sogar noch schneller vorankommen als gedacht. So sieht also die katastrophale Streiksituation aus. Aha? In Düsseldorf steigen Philipp, Simon und ich aus, um dort von Chris von Jim und Jon mit dem Auto abgeholt zu werden, der in Neuss arbeitet, während Alina und Jan (Ist das jetzt alles zu kompliziert?) im Zug sitzen bleiben und mit unserem NRW-Ticket weiter über Köln nach Troisdorf fahren. Davon ausgehend, dass das langsamer geht und wir vor denen ankommen und dann schon mal den Soundcheck machen können.

Während wir noch in Düsseldorf am Bahnhof sitzen und auf den Chris warten bekommen wir allerdings schon von denen eine SMS, dass sie in Troisdorf angekommen seien. Streik?

Über die Autobahn stehen wir jedenfalls im Stau. Kölner Ring. Das sei normal... Aha! Irgendwann treffen wir alle im JKC ein. Der Rosi auch und er hat wieder Buletten und Nudelsalat dabei. Kann heute noch was schief gehen? Eigentlich nicht.

Allerdings denken wir gegen acht, dass ruhig ein paar Leute da sein könnten, während Jim und Jon, die heute den Opener machen sollten, ihren Soundcheck durchziehen, weil endlich jemand Kompetentes da ist. Aber dann kommt es dicke. Der Laden öffnet seine Pforten und es strömen gleich schlagartig 30 bis 40 Troisdorferinnen und Troisdorfer herein. WGIDD! Wie geil ist das denn!

So gegen halb beginnen Jim und Jon die Leute artgerecht zu unterhalten und erspielen sich das Interesse des jungen  Publikums, gehen aber teilweise auch mit sehr konkreten Leuten auf einzelne ein. „Dieses Lied ist für Dich, die Du da die ganze Zeit auf Deinem Handy rumtippst!“ Es läuft rund.

Simon und Jan haben es mit ihren musikalisch ruhigeren Stücken und ihrer zurückhaltenderen Art vor diesem jungen Schülerpublikum (größtenteils, nicht alle wohlgemerkt) naturgemäß schwerer und so leeren sich die Stuhlreihen nach und nach. Wobei das auffälligerweise nicht an denen liegt, sondern jeweils zur vollen Stunde, zur Abfahrt der Busse um zehn und um elf die Menschen verschwinden. Das dürfte in der Regel eher am nach Hause müssen, als am nach Hause wollen liegen.

„Aber hey, wir wollen doch auch noch spielen!“ denken wir uns, beschließen aber, das ganze sportlich anzugehen, das Set noch mal um ein paar ruhige Stücke zu erleichtern und mit den restlichen anwesenden eine dementsprechende Party zu veranstalten. Die Herausforderung lockt uns heute regelrecht.

Vor vier fast leeren, aber immerhin einer vollen Stuhlreihe beginnen wir zu spielen und tatsächlich: Wir schaffen es die Stühle wieder besetzt zu bekommen. Keine Ahnung, wo die Leute plötzlich wieder herkamen, aber es kommen immer mehr, Wünsche werden geäußert und erfüllt und wir feiern mit dem Publikum eine Party sondergleichen. Wunderschöne Sache. Ich lege mich mal wieder heftigst, böse Zungen behaupten dann gern übertrieben ins Zeug und performe eine Show, die Philipp dazu bringt bei Sonnenbrand kurz abzubrechen und einen Spruch zu ziehen, bloß weil ich ein Gitarrensolo auf Knien auf der Vorbühne gespielt habe... Jedenfalls reißen wir alles rum, alles wird gut und anschließend können wir alle (glaube ich) CDs verkaufen. Was auch gut ist! Schließlich fährt uns ein freundlicher junger Mann mit Mamas Kleinwagen, den wir völlig überladen haben, nach Köln und alles ist hervorragend. Noch ein bisschen Afterglow bei Heiner von Jim und Jon und irgendwann lege ich mich in die Küche um zu schlafen. Wir sind nämlich heute Nacht irgendwie zu sechst in der Single-Wohnung des jungen Mannes, so dass der Platz zwar rar ist, aber jeder immerhin noch seine 2 qm findet. Also wirklich alles Bestens! Und wir wissen es schon heute: Am 29.02.08 spielen wir wieder in Troisdorf. Genau so muss das sein.