01/27/09

Buntes Haus | Celle | Staat-Sex-Amen-Tour 2009

Bericht von Philipp

Kalt in Deutschland! Und wir mittendrin. Wir haben die Heizung über Nacht nicht anbekommen, daher ist es außerhalb von Schlafsack und Decke ziemlich knackig. Wir öffnen den Vorhang zum Cockpit und entdecken unter dem Scheibenwischer unser erstes Ticket wegen Falschparkens. Kostenpunkt 10 Euro. Na gut, 5 Euro pro Person und Übernachiung ist ziemlich fair. Wir machen uns auf den Weg zu einem offiziellen Stellplatz für Wohnmobile. Ein kleines Frühstück in der Kälte und danach bekommt Lennart die Heizung auch wieder zum Laufen. Ich mache einen zweistündigen Spaziergang durch die schöne Lüneburger Altstadt. Lennart kennt das schon und bleibt daher „zu Hause“ und macht Büroarbeit. In der Stadt kaufe ich mir den ersten Teil von „Chronicles“, der Bob Dylan Autobiografie.
Und heute führt es uns also in das Bunte Haus in Celle. Schnell finden wir es. Es ist ein autonomes Aktionszentrum. Natürlich stark links. Franz führt uns erstmal durch alle Räume. Bald kommt Chris der Techniker, dem wir bereits auf dem Zytanien-Festival begegnet sind.
Das Glück ist wieder auf unserer Seite. Das extrem punkige Publikum füllt den kleinen Raum. Auch heute ausgelassene Stimmung. Alle machen mit, als wir folgende Band-Publikum-Interaktion imitieren, die sich bei der Punkband „Terrorgruppe“ etabliert hat: „Seid ihr gut drauf?“ „Fick Dich Du Arschloch und spiel Gitarre!“ Ein Riesenspass. Außerdem lernen wir eine für uns neue Form des Zugabe-Rufens kennen, die hier in Celle üblich zu sein scheint: „Ja, wat denn? Ja, wat denn? Ja, watdennwatdennwatdenn?“ Total sympathisch. Fünf Zugaben bekommen sie dann auch.
Anschliessend wird noch viel geschnackt, getrunken, gekickert und erst gegen vier Uhr begeben wir uns in unsere Schlafstatt. Gut, dass wir jetzt erstmal zwei Tage Pause haben, in der wir uns im Haus von Lennarts Mutter ausruhen können. Dann ist erstmal etwas Disziplin angesagt. Es war aber eine wunderschöne erste Tourwoche, die wir sehr genossen haben. Weiter so!