03/07/09

K 41 | Köln | Staat-Sex-Amen-Tour 2009

Bericht von Philipp

8 Uhr morgens. Ein Stoß bringt das Wohnmobil zum Wackeln. Nein, hier werden nicht noch Groupies vernascht, jemand hat einfach beim Einparken nicht richtig aufgepasst. Lennart sagt: „Scheisse!“, steht auf und sieht nach dem Rechten. Er spricht den Reinparker an, der aber hat wohl nichts davon mitbekommen. Tut zumindest so. Da Lennart aber auf den ersten Blick keinen Schaden feststellt, belässt er es dabei. Später ist doch ein kleiner Schaden am Rücklicht zu sehen. Nicht dramatisch, aber ärgerlich. Egal, die Sonne scheint und der Frühling kündigt sich schon mal an. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt und dann zu einem Wohnmobilstellplatz. Nach einem dicken Frühstück wird noch kurz gechillt. Ich lese etwas in meinem neuen Buch „Den Göttern kommt das große Kotzen“, einer Sammlung von Tagebucheinträgen der letzten Lebensjahre Charles Bukowskis.

Gegen Halb fünf schlägt Lennart vor, nach Köln zu fahren. Sind zwar nur etwa 15 km, aber es kann ja nicht schaden, ein wenig früher da zu sein. Guter Plan, wie sich hinterher rausstellt, denn was da auf uns zukommt, nimmt schon Nerven und Zeit in Anspruch. Da auch Köln eine Umweltzone eingerichtet hat, können wir nicht auf dem direkten Weg zum K41 fahren, sondern müssen einen Umweg über die Autobahn zur anderen Rheinseite nehmen. Sofort kommen wir in einen Stau wegen einer Baustelle. Wir brauchen 1 ½ Stunden für 4 km. Bei laufendem Motor im stop and go. Na super. Ist ja auch ganz toll für die Umwelt. Dann fahren wir noch 20 Minuten im Kreis um einen Parkplatz zu finden. Jetzt haben wir ungefähr 3 Stunden von Leverkusen nach Köln gebraucht. Tja, liebe LeserInnen: So aufregend ist das Tourleben. Meine Nerven liegen etwas blank. Wir begrüßen Ulrich, den Besitzer des K41. Die Aussicht auf bestelltes chinesisches Essen verbessert sofort meine Laune. Dann jedoch die nächste Enttäuschung: Der Chinamann hat samstags Ruhetag. Also ab zur Pizzabude, wo erstmal ein HSV-Fan ohnmächtig wird. Die Niederlage war wohl zu viel für ihn. Komischer Tag. Ihm wird aber sofort fachmännisch geholfen.

Aufgrund der Verspätung sind wir gezwungen, den Soundcheck vor dem Publikum zu machen. Kurz darauf geht’s dann los und ich merke sofort, wie sich meine ganze Anspannung löst. Ein völliger Gegensatz zu gestern. Die Leute sind absolut aufmerksam. Es ist mucksmäuschenstill und ich weiß wieder genau, warum ich das hier mache. Wir spielen uns locker und sicher durch das erste Set, gehen in der Pause mit dem Hut rum und fahren mit dem zweiten, bedeutend rockiger gestaltetem Set fort. Zugabenrufe bestätigen uns, dass wir „gut abgeliefert“ haben.

Der Ausklang des Abends findet bei unserem Bekannten Ecki statt, bei dem wir wohl die nächsten freien Tage verbringen werden. Lennart geht sofort pennen, ich bleibe mit Ecki noch sehr lange wach, denn hier haben sich zwei gesucht und gefunden. Ecki ist wie ich ein absoluter Reinhard-Mey-Fan und wir unterhalten uns über unsere Lieblingslieder und wie uns Herr Mey bei Interviews dann doch nervt. Zum Einschlafen gibt’s dann noch ne Folge Drei Fragezeichen. „...und der seltsame Wecker“. Für Kenner ist klar, zum Einschlafen ist das die falsche Folge.