05/23/09
Noch besser leben | Leipzig | Staat-Sex-Amen-Tour 2009
Bericht von Philipp
Einigermaßen ausgeschlafen begebe ich mich gegen 12 Uhr aus meiner Koje. Wir haben gestern schön gefeiert, jedoch habe ich nach lediglich vier Bier den Absprung geschafft und habe mich von der Meute losgerissen. Das gelingt mir recht selten, aber heute ist ein ereignisreicher Tag, den abgesehen von einem abendlichen Konzert, wollen wir zusammen mit Sven und Patrick eine Livesendung für den lokalen Radiosender „Radio Blau“ machen. Mit dem Wohnmobil fahren wir alle zusammen zum Sender. Dort wird bereits eine Livesendung gemacht, sodass uns zur Vorbereitung lediglich ein Lied von Seeed zur Verfügung steht. Rechtzeitig schaffen Patrick und Sven es aber, den Jingle abzufahren. Es handelt sich heute um die erste Ausgabe der Sendung „Dudestyle“, in der Sven regelmäßig Beiträge über Liedermaching machen will. Die heutige Sendung besteht teilweise aus vorproduzierten Interviews mit unseren Liedermacherkollegen Sven Panne und Götz Widmann. Außerdem sprechen und spielen wir live im Studio und es werden von uns ausgewählte Lieder gespielt. Dazu gehören Lieder von unseren Kollegen Positano, Kalter Kaffee und Blockflöte des Todes. Zudem verlosen wir drei Exemplare von „Ohrrangement!“. Es rufen sogar Teilnehmer an, die eine CD gewinnen. Eine insgesamt ganz runde Sache, denke ich.
Nach einer kleinen Nachmittagschillung kaufe ich noch etwas Lebensmittel ein und danach bringt Sven uns zum „Noch besser leben“, der heutigen Location. Mal wieder ist es ein kleiner Kulturverein, dessen Konzertraum noch den Charakter eines Wohnzimmers besitzt, was er wohl auch mal war. Stuck ziert die Decke, Perserteppiche liegen auf dem Boden und ein altes verstimmtes Klavier ist auch vorhanden.
Für mich ist der Abend ein besonderer, da mein Vater mit seiner Frau vorbei schaut. Die beiden sind für dieses Wochenende nach Leipzig gefahren, um sich etwas Kultur zu geben und bei der Gelegenheit auch ein wenig Spieltrieb. Sie waren zu Spieltriebs Anfangszeiten mal dabei, als wir in Oldenburg bei einer offenen Bühne gespielt haben. Das war noch vor unserem ersten abendfüllenden Konzert. Seit dem hat sich natürlich einiges getan und ich bin schon etwas aufgeregt. Ich hoffe natürlich, dass viel los und gute Stimmung sein wird, denn mein Vater soll ja auch sehen, dass das, was sein Herr Sohn im Moment aus seinem Leben macht, irgendwie auch funktioniert und Anklang findet.
Diese Hoffnung wird zum Glück auch nicht enttäuscht. Der Raum füllt sich angemessen mit Menschen und was noch schöner ist, die hören alle zu und freuen sich. Schon zu Beginn sind sie voll dabei und das reißt bis zum Ende nicht ab. Man darf zufrieden sein.
Trotz Müdigkeit gibt es noch eine kleine Aftershow im Garten von Svens WG, die uns so herzlich bei sich aufgenommen hat. Morgen steht eine Fotosession an, darum wird es Zeit für einen Schönheitsschlaf.