11/06/09

tuba | Paderborn | Staat-Sex-Amen-Tour 2009

Bericht von Philipp

Und schon sind wir wieder unterwegs. Knapp drei Wochen Tourpause in Oldenburg liegen hinter mir. Tja, so ist das. Andere Musiker sind ein paar Mal im Jahr ein paar Wochen auf Tour, wir hingegen sind ein paar Mal im Jahr ein paar Wochen nicht auf Tour. Ich muss gestehen, dass sich die Lust, wieder loszufahren, manchmal in Grenzen hält, aber das gehört wohl auch dazu, wenn man das Hobby zum Beruf macht. Das fühlt sich dann halt auch hin und wieder wie Arbeit an, zu der man gezwungen ist.
Jedoch haben wir uns das so ausgesucht und es ist immer noch abwechslungsreicher als manch anderer Job. Mehr Urlaub haben wir allemal, dafür ist die Arbeitszeit von Rastlosigkeit und gelegentlichem Heimweh geprägt. Vielleicht so, wie als Fernfahrer oder auf einer Bohrinsel zu arbeiten. Nur mit deutlich kleinerem Gehalt. Es ist schwer zu vergleichen.
Trotz leichtem Schmerz darüber, Freundin und Heimatort mal wieder für fünf Wochen zurückzulassen, kann ich Vorfreude und Optimismus meinerseits verspüren, dass nette Abende und schöne Orte auf uns warten. Unter anderem freue ich mich auf Weimar, wo wir Ende dieses Monats sein werden.
Heute steht aber erstmal Paderborn auf dem Plan. Auf dem Weg nehmen wir Christian von Oldenburg bis Bielefeld mit. Mit ihm stand ich schon des Öfteren auf kleinen Unibühnen und im Rahmen eines Doppelkonzertes mit ihm hatten Lennart und ich unseren ersten öffentlichen Auftritt. Das war noch bevor wir den Namen „Spieltrieb“ hatten. Damals, anno 2004.
Christian steigt in Bielefeld aus und von dort sind es nur noch etwa 50 Km für uns bis Paderborn. Unser Navi führt uns sicher zur „tuba“, vor der wir auch direkt parken können. Weil wir leicht verspätet sind, beeilen wir uns mit Aufbau, Soundcheck und dem Schreiben einer Setlist. Glücklicherweise sind wir bereits satt, so dass wir nicht noch Zeit zum Essen brauchen.
Wir beginnen geben halb neun vor recht zahlreichem Publikum. Das typische Eintritt-frei-Phänomen tritt wieder ein: Es wird viel geredet, aber auch zugehört. Was soll ich sagen? Für den Tourstart ein völlig okayer (?) Abend. Wir schmuggeln neue Songs ins Programm, um sie für die anstehenden Liveaufnahmen zu üben. Die meisten Gäste kennen ohnehin keine Lieder von uns, also ist jedes Lied neu für sie. Daher kommt es wieder dazu, dass beim CD-Verkauf gezielt nach den neuen Stücken gefragt wird, die wir auf Tonträger leider nicht anbieten können. Das spricht allerdings für das neue Material und lässt uns hoffen, dass wir unser nächstes Album auch verkaufen werden.
Nach zwei Zugaben ist unser Konzert beendet und wir bekommen nach dem Abbau noch eine sehr schmackhafte Käsesuppe mit Lauch und Hackfleisch kredenzt. Zum Schlafen suchen wir uns dann noch einen Parkplatz, wo wir nicht morgen früh um 8 die Parkuhr füttern müssen.