03/27/10
Zirkus Dobbelino | Liedermacherzirkus | Braunschweig
Bericht von Philipp
Heute ist das letzte Konzert vor einer kleinen Tourpause von 10 Tagen. Eigentlich war es gar nicht eingeplant, aber unsere lieben Liedermacherkollegen von Phrytz hatten uns vor einiger Zeit gefragt, ob wir Lust hätten, beim 1. Braunschweiger Liedermacherzirkus mitzumachen. Wie jetzt Zirkus? Nun: Ein alter Bekannter von Phrytz-Jörg hat den Kinderzirkus „Dobbelino“ aufgemacht und so entstand die Idee, mal einen Liedermacherabend im Zirkuszelt zu veranstalten. Da meine alte Heimatstadt Braunschweig ohnehin auf unserem Weg nach Oldenburg liegt, war es klar, dass wir mit dabei sind.
Wir kommen am Campus Nord der TU an und finden schließlich auch das etwas versteckte Zirkuszelt, in dem die Jungs in den vergangenen Stunden bereits alles aufgebaut und sich auch schon an den Soundcheck gemacht haben. Dem lausche ich mit Freude, denn es werden alle Instrumente, die heute zum Einsatz kommen, in Ruhe angetestet. Gitarre, Baß, Klavier, Melodika, Akkordeon und Mandoline. Ein starkes Aufgebot. Danach wird auch unser Sound eingestellt, als schon Liedermacher Melvin, der heute auch mit von der Partie ist, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Adrian ankommt. Dann gibt es erstmal ein extrem leckeres Kartoffelsüppchen, das uns Phrytz-Markus gezaubert hat.
Bei sieben Karten im Vorverkauf sind die Erwartungen an einen Publikumsansturm ziemlich gering. Trotzdem finden sich immerhin 35 Leute um 20 Uhr ein. Etwas blöd ist, dass der Zirkus so schwierig zu finden und nicht von außen beleuchtet ist, so dass die Leute, die kommen, erstmal den Eingang finden müssen. Aber wer will, schafft das schon irgendwie.
Den Anfang machen Melvin und Adrian. Sie haben, da wir ja heute in einem Zirkus sind, spontan kleine Clown-Einlagen in ihr Programm eingebaut. Es folgen nette Lieder, die ich sehr genieße. „Probier’s mal mit nem Mann, der Gitarre spielen kann!“. Das Lied „Quatsch“, das von den Vorteilen und der therapeutischen Wirkung von Quatschmachen im Gegensatz zu ernsten Weltschmerzballaden handelt, kommt nicht nur bei mir gut an. Ein guter Anfang. Überhaupt ist die Verbindung aus Liedermachern und Zirkus keine schlechte. Allein die Kulisse schafft eine angenehme Atmosphäre.
Nun sind wir dran und spielen ein knackiges 7-Song-Set, das auch gut ankommt. Es wird viel gelacht und spontan mitgeklatscht. Eine Zugabe dürfen wir auch noch geben.
Nach einer unterhaltsamen Jonglage-Nummer von den Dobbelino-Leuten ist es Zeit für Phrytz, die heute headlinern. Ich genieße es, zuzuhören, auch weil ein Bekannter und außerdem meine Mutter und mein Onkel anwesend sind, mit denen ich zusammensitze.
Am Merch-Stand treffe ich später noch auf einen ehemaligen Kommilitonen aus Oldenburg, mit dem ich zusammen Englisch und Musik studiert habe.
Es war ein wirklich schöner Abend und eine besondere Veranstaltung, um einen Tourabschnitt zu beenden. So einen Liedermacherzirkus sollte es öfter geben.
Nach dem Abbau folgt dann noch einer kleine Aftershowrunde bei den Phrytzen, die für die hart gesottenen, mich eingeschlossen, noch fast bis 8 Uhr morgens dauert.