09/14/10

SissiKingKong | Dortmund

Bericht von Philipp

Noch stehen wir in Wuppertal beim Wohnmobilhändler, wo wir Strom bekommen und arbeiten können. Jede Menge Booking für dieses und nächstes Jahr versuchen wir auf die Beine zu stellen, verpacken diverse CD-Bestellungen, proben noch ne Runde und fahren dann los. Noch schnell bei der Post vorbei und unser mittlerweile wieder randvolles Tourklo leer machen (ja, das gehört auch zum Tourleben und somit irgendwie auch in diesen Bericht, wir wollen das Tourleben ja möglichst authentisch schildern).
In Dortmund wissen wir nach bereits zwei Auftritten im SissiKingKong, wo die Umweltzone beginnt und wo für uns der beste Parkplatz ist. Nämlich direkt am Hafen, wo wir heute die dritte Nacht in unserem Leben verbringen werden. Bislang hat uns hier noch niemand weggescheucht.
Ab ins SissiKingKong. Martini, der das Konzert für uns organisiert hat, ist im Urlaub, darum können wir diesen uns mittlerweile von lieb gewonnenen Zeitgenossen heute leider nicht treffen. Dafür ist aber Dirk da, der uns ebenfalls gut betreut. Das Übliche: Aufbau und Soundcheck, danach gibt’s ne leckere Pasta vom Chefkoch. An der Theke lesen wir im Coolibri und im Uncle Sallys. Dabei erfahre ich, dass sowohl Adam Green, als auch Nils Koppruch ein neues Album veröffentlicht haben. Endlich mal wieder neuer musikalischer Input, den ich mir so schnell wie möglich besorgen werde.
Jetzt müssen nur noch Gäste kommen. Nach den 7 Zuschauern beim letzten Konzert in Solingen hoffen wir natürlich auf mehr. Leider sind kommen gegen zehn vor neun erst die ersten beiden und kurz darauf noch einer. Länger als bis zehn nach neun wollen wir aber nicht warten, darum beginnen wir unser Konzert vor drei Personen. Man könnte sich an dieser Stelle fragen, ob sich das überhaupt lohnt, aber unser Arbeitsethos sagt uns: Dort sind drei Leute, die uns noch nicht kennen und bereit sind, dafür Eintritt zu zahlen, also ran da! Im Laufe des Abends kommt noch ein weiterer Gast dazu, dann bleibt es aber bei den vier zahlenden Gästen. In der Mitte des zweiten Sets sitzt nur noch einer da und so sitzen er und Thomas, der sich heute um Kasse und Theke kümmert uns face to face gegenüber und wir ziehen das Programm durch und verbeugen uns am Ende sogar noch. Zugegebenermaßen ist da auch ein wenig Galgenhumor mit im Spiel, aber ich freue mich darüber, dass all die Sachen, die mich schon so oft frustriert haben, mir im Moment nichts anhaben können. Ich bin überzeugt, dass wir in dieser Tour noch gute Abende haben werden und begebe mich, mal wieder nüchtern und entspannt in Richtung Schlafstatt, während Lennart noch auf ein paar Bier bleibt und an der Theke mit Fremden über Bildungspolitik diskutiert.
Nicht unterkriegen lassen, Zuversicht, alles wird gut!