07/03/11
Hildesheimer Wallungen 2011
Bericht von Philipp
Da ich heute Nacht zwischen 3 und 4 Uhr noch Konzertberichte geschrieben und sowieso mal wieder nicht so recht ins Bett gefunden habe, habe ich erst mal Probleme damit, aus dem Bett zu kommen. Es ist 8:30 Uhr und es bleibt keine Zeit mehr, um sich noch mal umzudrehen, da wir gegen 12 Uhr in Hildesheim erwartet werden. Dort finden alle zwei Jahren die „Wallungen“, ein Kulturfestival, statt. Wir wurden gefragt, dort mitzumachen und da konnten wir natürlich nicht „nein“ sagen, vor allem, weil es sich nach einem netten, bunten Konzept angehört hat. Im Hildesheimer Ernst-Ehrlicher-Park sollen sich zahlreiche Liedermacher verteilen und unplugged spielen. Dann steht noch ein Kindertheaterstück auf dem Plan und gegen frühen Abend entern dann alle Liedermacher nochmal eine „richtige“ Bühne. Das Wetter hat den Plan heute etwas abgeändert. Da davon auszugehen ist, dass es immer wieder regnen wird, spielen heute alle nacheinander auf einer Bühne in einem Zirkuszelt. Hatten wir ja schon mal in Braunschweig, wo wir bereits feststellten, dass Liedermacher gut in einen Zirkus passen.
Wir kommen jedenfalls pünktlich zum 12-Uhr-Glockenschlag der nahe gelegenen Kirche an. Andy versorgt uns mit Wertmarken und zeigt uns Backstagezelt und alles, was wir erst mal wissen müssen. Neben uns sind schon viele weitere Liedermacher da, die wir überwiegend noch nicht kennen. Man begrüßt sich und wir treffen auch auf Jerg, den wir zwar noch nie getroffen haben, aber von ihm wissen, dass er mit unserem Braunschweiger Kollegen Melvin Haack zusammen arbeitet, der heute leider nicht gekommen ist. Eine große Freude für uns ist, dass wir heute auf die guten Jungs von Kalter Kaffee aus Erfurt treffen. Man hat sich länger schon nicht mehr gesehen, daher ist es schön, dass uns dieses kleine Festival hier wieder vereint.
Kurz nach unserer Ankunft beginnt Sönke, den wir vom Hildesheimer Trillke-Gut (und Trillke-Trio) kennen, eine kleine Show für Kinder. Er lässt sich unter anderem von den Kindern Gegenstände, Tiere und Personen nennen, die in einer Geschichte vorkommen sollen, die er kurz darauf spontan erfindet. Er singt auch spontan Lieder und er macht das wirklich gut. Auch wir Erwachsenen haben eine Menge Spaß dabei.
Da alle Künstler „Wegen des Wetters“ heute nacheinander auftreten müssen, spielen wir bei unserem ersten (und wie sich später leider zeigen wird einzigen) Set als erstes „Wegen des Wetters“, dann „Unabhängigkeitserklärung“ und „Handgepäck“. Gute Stimmung im Zelt. Viele Eltern mit Kindern und Lächeln im Gesicht anwesend.
Als Kalter Kaffee die Bühne betreten, gibt es mal wieder kein Halten mehr. Es ist einfach großartig, was die beiden machen. Unterhaltsames politisches Musikkabarett. Viel spontane Interaktion mit dem Publikum, Pointen, Einwürfe, Gestik und Mimik der beiden lassen mich vor Lachen fast von der Bank fallen, obwohl ich das ja eigentlich schon kenne.
Als der Ablaufplan des weiteren Verlaufes der Veranstaltung verkündet wird, ahnen wir schon, dass wir heute nicht mehr dazu kommen werden, noch mal die Bühne zu betreten, darum beschließen wir, früher zu fahren, was uns auch gelegen kommt, da wir beide sehr müde sind und morgen auch wieder arbeiten müssen.
Wir verabschieden uns von Kalter Kaffee, Scholle, Else, Miriam und allen Bekannten, die wir heute wiedergetroffen haben und machen uns auf den Weg.
In Achim lässt mich Lennart am Bahnhof raus und wir beschließen, dass dies mal wieder ein richtig nettes Wochenende war. Wir fassen zusammen: Drei Konzerte, alles Kurzauftritte, darum haben wir an drei Tagen nicht einmal 1,5 Stunden gespielt. Dafür konnten wir vielen anderen Künstlern lauschen. Höhepunkt des Fahrt-Spieldauer-Missverhältnisses war Heute. Lennart berechnet: 400 km Fahrt für drei Songs. Für jeden Song sind wir also 133 km gefahren. Der ökologische Fußabdruck von Musikern ist echt manchmal gruselig.
In Oldenburg schaue ich noch kurz bei Onkel Hanke und seiner Freundin vorbei, die direkt gegenüber vom Bahnhof wohnen. Bald mache ich mich aber los, denn ich muss mich mal wieder richtig ausschlafen und freue mich schon darauf.